Türen, Tische, Läden, Zäune, Dielen oder Scheunen­tore. Sie alle sind Zeitzeugen. Sie erzählen Ge­schichten; von Menschen, die ein- und ausgehen, die trinken oder essen und feiern oder weinen. Diese Geschichten nicht verschütt gehen zu lassen, sondern weiter zu erzählen, das ist mein Wunsch. Deshalb rahme ich.

Im Jahr 2006 fing alles an; mit einem Eichenzaun, der verheizt werden sollte. Er lag schon bereit auf einem Holzstapel vor meinem Elternhaus. Ich ging daran vorbei. Mehrmals. Wochenlang. Bis es mich eines Tages erwischte. Mit einem Blick, der mich plötzlich fesselte und mir klarmachte, wie traurig es wäre dieses schöne gealterte Stück, mit sil­briger Maserung wie Fischschuppen, achtlos ins Feuer zu werfen. Es tat mir richtig weh. Also zog ich es hervor, machte mich ans Werk – noch ein wenig unerprobt – aber hielt nach ein paar Wochen meinen ersten Rahmen in der Hand. Mit Stolz und Freude.

Längst hat sich die Arbeit professionalisiert. Das Handwerk lernte ich beim Über-die-Schulter-Schauen und Mitarbeiten im Kunsthaus Fischinger in Stuttgart und bei der Rahmen­werkstatt Bucher in Sachseln (Schweiz); aus dem geliehenen Werk­zeug ist eigenes geworden und aus dem impro­visierten Sägeplatz ein Scheunen-Atelier in Ludwigsburg. Hier ent­stehen heute Rahmen für Spiegel, Holzmosaike und Kreide- oder Notiztafeln, Fotografien und Gemälde: entweder für eigene Kreationen oder im Auftrag.

Das Material ist mir nach wie vor das Wichtigste und ich halte, wo auch immer ich bin, die Augen offen. Für Brenn­holz, Sperr­müll, Scheunen, für alles was in Frage kommt und wo Holz zu vermuten ist, das eine Geschichte zu erzählen hat. Auf diesem Wege ist inzwischen Einiges zusammen gekommen und die Stücke kommen von überall her: von einer Berghütte aus den Lechtaler Alpen, von einem Bauernhaus am Vier­wald­städter See, aus einem toskanischen Berg­dorf, aus Ober­ammergau sowie aus Ludwigs­burg und Umgebung. Und jedes Mal von Neuem freue ich mich, wenn ein weiteres Stück hinzu kommt, bewahrt wird, und durch meine Arbeit eine neue Form findet. Gerne teile ich diese Freude mit Ihnen!